Ökologisch und sozial gegen illegalen Bergbau

Sibanye-Stillwater berichtet über bedeutende Fortschritte.

Unmenschliche Arbeitsbedingungen sowie Bilder von Toten und Verletzten im Bergbau schockieren immer wieder die Welt. Solche Szenen sind oft nur Folge illegaler Aktivitäten. Der Bekämpfung des illegalen Bergbaus muss aus der Perspektive des Nachhaltigkeitsratings unter ethischen, ökologischen und sozialen Aspekten daher höchte Priorität zukommen.

Der Bergbaukonzern Sibanye-Stillwater, größter Goldproduzent in Südafrika, berichtet über die sozialen Auswirkungen des illegalen Bergbaus:

  • Zerstörung des sozialen Gefüges von Bergbaugemeinden – die Präsenz illegaler Bergleute ist mit einer Zunahme von Prostitution, Schwangerschaften von Teenagern/Schülern und Drogenmissbrauch verbunden.
  • Zunahme von Vorfällen von Mobbing und Menschenrechtsverletzungen, da Gemeindemitglieder, Angestellte und Auftragnehmer gezwungen werden, sich an illegalen Aktivitäten zu beteiligen. Es besteht ein besonderes Risiko für Mitarbeiter, die in lokalen Gemeinschaften leben, die bedroht und eingeschüchtert werden, um sich mitschuldig zu machen.
  • Mitarbeiter werden einem Risiko ausgesetzt, wenn kriminelle Bergleute Sprengfallen aufstellen und Ausrüstung in unterirdischen Arbeitsbereichen manipulieren (oder stehlen).
  • Bargeld wird zur Finanzierung bestimmter Gemeinschaftsprogramme mit dem Ziel der Korruption gespendet. Sibanye-Stillwater begrüßt selbstfinanzierte Gemeinschaftsprojekte, verurteilt jedoch die Verwendung illegaler Erlöse durch Gangsterbosse, um Gunst und Immunität für kriminelle Aktivitäten zu erkaufen.
  • Zunahme krimineller Aktivitäten, einschließlich Diebstahl von Kupferkabeln, Sprengstoff, Diesel aus Minen und anderen lokalen Industrien.
  • Riskante, illegale Bergbauaktivitäten sind lebensbedrohlich für die illegalen Bergleute selbst sowie für das Sicherheitspersonal, wenn sie auf die illegalen Bergleute treffen.
  • Die Kriminellen konzentrieren sich eher auf kurzfristige Gewinne als auf nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten.

Sibanye-Stillwater listet zudem auch Umweltauswirkungen des illegalen Bergbaus auf:

  • Sabotierte Wasserleitungen führen zur Kontamination der Umwelt.
  • Illegale Wassernutzung und -verschwendung.
  • Erhöhtes Auftreten von Dolinen. Als Doline (von slawisch dolina „Tal“), Sinkhöhle oder Karsttrichter bezeichnet man eine schlot-, trichter- oder schüsselförmige Senke, wie sie mit meist rundem oder elliptischem Grundriss aus Karstgebieten bekannt sind. Ihr Durchmesser schwankt meist zwischen 2 und 200 Metern, kann aber auch mehr als einen Kilometer betragen.
  • Erhöhte Quecksilberkontamination aufgrund der Verwendung bei der Verarbeitung von GBM (Gold-Bearing Material).
  • Verbundene Gefahren beim Ausheben und Wiederöffnen geschlossener Schächte.

Sibanye-Stillwater Protection Services hat daher spezialisierte Ermittlungsdienste für die südafrikanischen Betriebe eingerichtet. Die Einheit führt auch interne und externe Risikobewertungen durch, um Sicherheitsmaßnahmen, die Einhaltung verantwortungsvoller Praktiken und die Einhaltung der von der Gruppe eingerichteten Kontrollen zu bewerten. Sibanye-Stillwater Protection Services dient der Einhaltung aller Gesetze, der Verfassung und der Menschenrechte. Die Schulung umfasst speziell auch Wissen über Menschenrechte in Bezug auf Sicherheit.

Obwohl die Goldbetriebe am stärksten betroffen sind, kommt es auch bei anderen Betrieben in Südafrika zu unbefugten Einbrüchen in unterirdische Abbaustätten, wo Kriminelle durch Löcher (Löcher für den Zugang zu unterirdischen Bereichen) in abgelegene unterirdische Arbeitsbereiche gelangen, um neben anderen illegalen Aktivitäten Kupferkabel zu stehlen. Seit die Gruppe im Jahr 2013 an der Börse notiert wurde, wurden große Fortschritte bei der Bekämpfung des illegalen Bergbaus erzielt, was zu einer Gesamtzahl von 4.396 (2021: 473) Verhaftungen illegaler Bergleute und insgesamt 1.875 (2021: 239) Disziplinarmaßnahmen wegen Beihilfe zu illegalen Bergleuten führte. Letzteres umfasst auch die Verpflegung und Ausrüstung krimineller Bergleute. Bestimmte Beschränkungen für Lebensmittel im Untergrund sollen sicherzustellen, dass Mitarbeiter keine zusätzlichen Lebensmittel in den Untergrund tragen, um Kriminelle zu versorgen.

Eine verstärkte Präsenz von Schutzdiensten (oberirdisch und unterirdisch) verschärfte die Zugangskontrolle und erhöhte die Verhaftungsrate. Die Zahl der unterirdischen Vorfälle ging von 227 im Jahr 2020 auf 187 im Jahr 2021 zurück, während die Zahl der Festnahmen von 549 im Jahr 2020 auf 473 im Jahr 2021 zurückging. Der illegale Bergbau an der Oberfläche bleibt ein Problem und manifestiert sich weiterhin, wenn Gruppen krimineller Bergleute in das Bergbaurecht eindringen, um Material zu stehlen. Solche Invasionen finden hauptsächlich nachts statt und zielen auf alte Verarbeitungsgebiete ab. Diese Gruppen sind bewaffnet und üben häufig gewaltsame Vergeltungsmaßnahmen gegen die Schutzleute aus. Im Jahr 2021 gab es einen tödlichen Schusswechsel gegen einen Wachmann im Dienst.

Zu den Kontrollmaßnahmen gehören biometrische Zugangskontrollsysteme, intelligente Drehkreuze, fernbetätigte Vorhängeschlösser, intelligente Lampenraumsteuerungen, sterile, verriegelte Materialtransportanlagen, Videoüberwachungssysteme mit thermischen Fähigkeiten, unbemannte Luftfahrzeuge und Drohnen, intensivierte Kontroll- und Suchverfahren, hochgradig qualifizierte Such- und Rettungsteams, Belohnungssysteme sowie Patrouillen und bewaffnete Bewachung.

Ein umfassendes Screening wird auch personalpolitisch vor jeder Einstellung durchgeführt, um das Anstellung und die Vermittlung von Mitarbeitern mit hohem Risiko besser unter Kontrolle zu halten. Für anonyme Hinweise und Whistleblowing steht zudem eine von Deloitte extern und unabhängig verwaltete anonyme Meldeplattform zur Verfügung. Viele der Anrufe liefern wertvolle Hinweise, denen nachgegangen wird, berichtet Sibanye-Stillwater.

Published by:

Dr. Oliver Everling

Independent since 1998, he is Managing Director of RATING EVIDENCE GmbH. As visiting professor of Capital University of Economics and Business in Beijing, former chairman of the supervisory board of a rating agency, advisory board member, advisor, member of rating committees, chairman of ISO-TC Rating Services, author or publisher of books and a magazine, Independent Non-Executive Director under EU Regulation on Credit Rating Agencies, he has been or is involved in ratings from a variety of perspectives. Previously, he was for 6 years department director at Dresdner Bank and, until 1993, managing director of the Projektgesellschaft Rating mbH after a doctorate at the banking and stock exchange seminar of the University of Cologne.

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